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Panikstörung: Wenn Panikattacken immer wiederkommen

vor 24 Stunden
3 Min. Lesezeit

Viele Menschen erleben irgendwann in ihrem Leben eine Panikattacke. Das ist zwar erschreckend, aber noch kein Grund zur Sorge. Anders sieht es aus, wenn die Attacken immer wiederkommen, wenn sie scheinbar aus dem Nichts auftauchen und wenn die Angst vor der nächsten Attacke beginnt, den Alltag zu bestimmen. Dann kann eine Panikstörungdahinterstecken.


In diesem Artikel erfährst du, woran man eine Panikstörung erkennt, wie sie entsteht und was dagegen hilft.


Panikattacke oder Panikstörung?

Eine einzelne Panikattacke ist keine Diagnose. Sie kann in vielen Situationen auftreten, bei großem Stress, bei einer Phobie oder einfach einmal im Leben, ohne dass sie je wiederkommt.

Von einer Panikstörung sprechen Fachleute, wenn vor allem diese Punkte zusammenkommen:


  • Wiederkehrende Panikattacken, die nicht auf eine bestimmte Situation oder einen klaren Auslöser beschränkt sind und sich oft unvorhersehbar anfühlen.

  • Anhaltende Sorge vor weiteren Attacken, über mindestens mehrere Wochen, also die Angst vor der Angst.

  • Veränderungen im Verhalten, zum Beispiel weil man bestimmte Orte, Anstrengung oder Kaffee meidet, um keine Attacke auszulösen.

  • Keine körperliche Ursache, die die Beschwerden besser erklären würde.


Die Diagnose stellt immer eine Fachperson. Diese Liste soll dir nur helfen, deine Erfahrungen besser einzuordnen.


Typische Symptome einer Panikattacke

Während einer Attacke kommen meist mehrere dieser Beschwerden zusammen:


  • Herzrasen, Herzklopfen oder Herzstolpern

  • Atemnot, Engegefühl in der Brust, Erstickungsgefühl

  • Schwindel, Benommenheit, weiche Knie

  • Zittern, Schwitzen, Hitzewallungen oder Kälteschauer

  • Übelkeit oder Magenbeschwerden

  • Kribbeln oder Taubheit in Händen und Gesicht

  • das Gefühl, neben sich zu stehen oder dass die Umgebung unwirklich ist

  • Angst zu sterben, die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu werden


Die Angst erreicht meist innerhalb von etwa 10 Minuten ihren Höhepunkt und klingt danach von allein wieder ab.


Wie entsteht eine Panikstörung?

Es gibt nicht die eine Ursache. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen:


  • Veranlagung: Manche Menschen reagieren von Natur aus empfindlicher auf Stress und Körpersignale. Angststörungen treten in manchen Familien gehäuft auf.

  • Belastungen: Oft beginnt eine Panikstörung in einer anstrengenden Lebensphase, zum Beispiel bei Stress im Job, Trennung, Verlust oder einem großen Umbruch. Im Mittel beginnt sie im jungen Erwachsenenalter, um die Mitte zwanzig.

  • Die Deutung von Körpersignalen: Entscheidend ist, wie jemand harmlose Körperempfindungen bewertet. Wer Herzklopfen als gefährlich deutet, setzt den Teufelskreis der Angst in Gang.

  • Aufrechterhaltung: Angst vor der Angst, ständiges In-sich-Hineinhorchen und Vermeidung sorgen dafür, dass die Panik bleibt und sich ausbreitet.


Panikstörung und Agoraphobie

Bei vielen Betroffenen entwickelt sich zusätzlich eine Agoraphobie. Sie meiden dann Orte, an denen eine Attacke besonders unangenehm wäre oder an denen sie schwer wegkönnten: Menschenmengen, Bus und Bahn, Schlangen an der Kasse oder weite Wege allein. Je früher eine Panikstörung behandelt wird, desto eher lässt sich das verhindern.


Erst einmal körperlich abklären

Bevor eine Panikstörung festgestellt wird, sollten körperliche Ursachen ärztlich ausgeschlossen werden. Ähnliche Beschwerden können zum Beispiel auch durch Herzrhythmusstörungen, eine Schilddrüsenüberfunktion, Unterzucker, Atemwegserkrankungen, Medikamente, Drogen oder sehr viel Koffein entstehen. Ist alles unauffällig, ist das eine gute Nachricht und zugleich ein wichtiger Baustein für die Behandlung.


Wie wird eine Panikstörung behandelt?

Die gute Nachricht: Panikstörungen lassen sich in der Regel gut behandeln.

Psychotherapie Die kognitive Verhaltenstherapie ist laut der deutschen Behandlungsleitlinie für Angststörungen die Methode der ersten Wahl. Typische Bausteine sind:


  • verstehen, wie Panik funktioniert, mit Kampf-oder-Flucht-Reaktion, Teufelskreis und Angstkurve

  • Werkzeuge für akute Momente wie Atmung und Grounding

  • Katastrophengedanken erkennen und hinterfragen

  • Konfrontation mit gemiedenen Situationen und mit den gefürchteten Körpergefühlen selbst


Medikamente Auch bestimmte Antidepressiva werden in der Leitlinie zur Behandlung empfohlen, allein oder zusammen mit Psychotherapie. Sie werden ärztlich verordnet und begleitet. Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine helfen zwar kurzfristig, werden wegen der Gefahr einer Abhängigkeit aber nicht für die längere Behandlung empfohlen. Bitte ändere oder setze Medikamente nie auf eigene Faust ab.


Was du selbst tun kannst

  • Wissen aufbauen: Je besser du verstehst, was bei Panik passiert, desto weniger bedrohlich wirkt sie.

  • Atmung und Grounding üben, am besten täglich in ruhigen Momenten.

  • Nicht vermeiden: Bleib in Bewegung, geh weiter einkaufen, fahr weiter Bahn, so gut es geht.

  • Auf dich achten: Ausreichend Schlaf, Bewegung und weniger Koffein und Alkohol entlasten dein Nervensystem.

  • Früh Hilfe holen: Ohne Behandlung bleibt eine Panikstörung häufig lange bestehen. Je früher du beginnst, desto weniger kann sie sich festsetzen.


Die Panik kommt immer wieder? In meiner Privatpraxis in Stuttgart-Ost begleite ich Menschen mit Angst und Panik, vor Ort oder per Video. Termine gibt es meist kurzfristig, auch abends nach 18 Uhr. Behandlung für Selbstzahler und Privatversicherte.









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