Die 3 Burnout-Typen: Welcher bist du?
Nur ein bisschen müde? Oder schon ausgebrannt? Wenn wir an Burnout denken, haben die meisten ein Bild im Kopf: jemand, der völlig erschöpft ist und morgens kaum noch aus dem Bett kommt. Das gibt es. Aber es ist nur eins von drei Gesichtern.
Manche Menschen brennen aus, weil sie zu viel geben. Andere, weil ihnen etwas fehlt. Und wieder andere, weil sie schlicht keine Kraft mehr haben. In diesem Artikel lernst du alle drei kennen, und am Ende findest du im Test heraus, welches Muster bei dir im Vordergrund steht.
Du bist nicht allein
In einer repräsentativen Umfrage der Pronova BKK von 2024 sahen sich 61 Prozent der Beschäftigten in Deutschland als burnoutgefährdet. Fast jeder Dritte sagte, schon einmal von Burnout betroffen gewesen zu sein. Und mehr als jeder Vierte kannte das Gegenteil von Überlastung: Boreout, also Erschöpfung durch Unterforderung und Langeweile. Das sind Selbsteinschätzungen und keine Diagnosen. Sie zeigen aber, wie viele Menschen sich am Limit fühlen, und dass Burnout nicht nur nach zu viel Arbeit aussieht.
Woher die drei Typen kommen
Der US-amerikanische Psychologe Barry Farber beobachtete, dass Burnout bei Menschen sehr unterschiedlich verläuft, und beschrieb drei Typen. Eine spanische Forschungsgruppe um Jesús Montero-Marín hat daraus einen Fragebogen entwickelt und die drei Typen in Studien bestätigt. Das Spannende daran: Jeder Typ entsteht anders und braucht deshalb auch eine andere Unterstützung.
1. Getrieben: zu viel von allem
Du gibst immer 120 Prozent. Job, Sport, Freizeit: alles auf Anschlag. Du willst es gut machen, am liebsten perfekt, und nimmst dafür in Kauf, dass Schlaf, Pausen und Freunde zu kurz kommen. Nach außen wirkst du erfolgreich und belastbar. Innen wird die Zündschnur immer kürzer.
Woran du ihn erkennst: Ruhe fühlt sich unangenehm an, Abschalten klappt nicht, du bist gereizt und ungeduldig.
Was hilft: die Bremse wiederfinden. Echte Pausen, Grenzen setzen und den inneren Antreiber kennenlernen, der ständig „Streng dich an“ ruft.
2. Unterfordert: zu wenig, das dich packt
Der Job läuft, aber er gibt dir nichts mehr. Kein Sinn, keine Entwicklung, nur Leerlauf. Nicht der Stress zermürbt dich, sondern die Gleichgültigkeit. Umgangssprachlich heißt das oft Boreout, und es kann genauso belastend sein wie Überforderung.
Woran du ihn erkennst: Langeweile, innere Distanz zur Arbeit, das Gefühl, auf der Stelle zu treten.
Was hilft: den Sinn zurückholen. Herausfinden, was dir wirklich wichtig ist, und den eigenen Job aktiv mitgestalten. Fachleute nennen das Job Crafting.
3. Ausgelaugt: der Akku ist leer
Du hast lange gekämpft, und irgendwann hat sich das Gefühl breitgemacht, dass es sowieso nichts bringt. Aufgaben, die früher leicht waren, kosten enorme Kraft. Du ziehst dich zurück und kümmerst dich nur noch um das Nötigste. Das ist das Gesicht, das die meisten mit Burnout verbinden.
Woran du ihn erkennst: Erschöpfung, Rückzug, das Gefühl, kaum noch Einfluss auf deine Situation zu haben.
Was hilft: zuerst Kraft tanken. Entlastung und Erholung haben Vorrang, danach geht es in kleinen Schritten zurück in die Aktivität. Wichtig ist hier auch, eine Depression oder körperliche Ursachen ärztlich abklären zu lassen.
Wegweiser statt Schubladen
Die Typen sind keine starren Kategorien. Viele Menschen erkennen sich in mehreren wieder, und die Typen können ineinander übergehen. Wer lange getrieben war, kann irgendwann ausgelaugt sein. Genau deshalb lohnt es sich, früh hinzuschauen: Je eher du dein Muster kennst, desto gezielter kannst du gegensteuern.
Dein Mini-Schritt: Der Burnout-Typ-Test
Neun kurze Aussagen, etwa eine Minute. Am Ende siehst du, welcher Typ bei dir im Vordergrund steht, wie stark die anderen ausgeprägt sind und was dir jetzt hilft.
Du willst wissen, wie stark du schon betroffen bist? Das zeigt dir der Selbsttest mit Stress-Ampel im Artikel Bin ich ausgebrannt?
Du erkennst dich wieder?
In der Praxis Theo Paxino in Stuttgart begleite ich Menschen mit Stress, Erschöpfung und Burnout, als Coaching zur Vorbeugung oder als Therapie, vor Ort oder per Video. Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam, welcher Typ bei dir im Vordergrund steht und was dir am besten hilft. Termine gibt es meist kurzfristig, auch abends nach 18 Uhr. Für Selbstzahler und Privatversicherte.
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Quellen: Farber 2000, Journal of Clinical Psychology; Montero-Marín et al. 2009, BMC Psychiatry; Pronova BKK, Umfrage unter Beschäftigten, 2024.




